Vergissmeinnicht – Kerstin Gier (Sammelrezension)

Februar 2025

Vor einiger Zeit habe ich die Vergissmeinnicht-Reihe von Kerstin Gier gelesen (bzw. gerereadet) und bin euch noch meine Meinung schuldig. Der Text könnte Spoiler zu Band eins enthalten. Vorab, den ersten Band habe ich bereits rezensiert, als er damals erschienen ist. Damals habe ich ihn sehr gemocht. Heute habe ich einen kritischeren Blick auf ihn. Einerseits fand ich, dass die Handlung sehr lange auf sich warten lassen hat beziehungsweise war der Anfang sehr turbulent (Quinns Unfall), aber dann geschieht eigentlich nicht mehr viel relevantes bis zum Ende des Buches bzw. ist das Erzähltempo sehr langsam. Das gravierendere fand ich allerdings den vorhandenen Ableismus. Einige Äusserungen über Quinn gehen überhaupt nicht. Das wurde zum Glück im Band zwei besser - ob das an den Vorwürfen lag oder daran, dass Quinn auf dem Weg der Genesung ist - kann ich nicht sagen. Was ich an den zwei folgenden Bänden sehr schön fand, ist, dass der Saum nun endlich so richtig vorkam und auch dass Bax eine richtige Rolle gespielt hat. Während ich rückblickend im Band eins nicht so warm mit Matilda geworden bin und ich sie fast nervig fand, so wurde auch das mit dem zweiten Band besser. Quinn war ganz okay. Allerdings habe ich auch grosse Kritikpunkte am Plot, gerade im dritten Band ging mir alles viel zu schnell, auch schon davor haben einige Charaktere fast gar keine Rolle mehr gespielt (oder in meinen Augen eine zu geringe), einiges blieb (zu lange) unerklärt. Gleichzeitig haben aber andere Charaktere eine unerwartete grössere Rolle bekommen (🔥), was der Geschichte gut getan hat. Rückblickend habe ich aber das Gefühl, dass der Plot nach dem Erscheinen von Band eins nochmals abgeändert wurde. Vielleicht hat Kerstin Gier mit der Rubinrot- und der Silber-Trilogie auch einfach zu hohe Erwartungen geschaffen - denn objektiv war’s ganz gut, aber für nen Gier-Buch hatte es - trotz der teilweise sehr genialen Kniffe 💭 - doch irgendwie mehrere Mängel. Um zum Schluss noch was positives zu sagen: Es gab ein örtliches Wiedersehen, was mir wirklich gefallen hat – aber vielleicht war es auch das, was die Gesamtwertung etwas geschmälert hat.