Mischka – Edward van de vendel, Anoush Elman

Dezember 2024

Mischka erzählt die Geschichte von dem kleinen Zwergkaninchen Mischka. Dieses zieht bei Roya ein und wird sowohl von ihren drei Brüdern als auch von ihren Eltern sehr geliebt. Eines Tages ist Mischka verschwunden und die Familie setzt alle Hebel in Bewegung, um das Kaninchen wieder zu finden. Nachgelagert an diese Kaninchen-Suche ist die Geschichte von Roya und ihrer Familie. Diese sind aus Afghanistan geflohen und nach jahrelanger Ungewissheit, wissen sie nun, dass sie in den Niederlanden bleiben dürfen und zu einem Haus gehört ein Haustier. Mit einfacher Sprache und wunderbaren Illustrationen erzählt „Mischka“ also nicht nur die Flucht und (Spoiler) das Wiederfinden des Kaninchen, sondern auch die von Roya und ihrer Familie. Wer jetzt denkt, das Buch ist sicher deprimierend und traurig: ja, das ist es auch, aber gleichzeitig erzählt es auch herzerwärmend von Momenten der Flucht, an die sich die Kinder mit einem kleinen Lächeln erinnern können, etwa daran, dass Roya trotz ihrem jungen Alter auch immer eine Tasche tragen wollte und die Koffer der Ankommenden gezählt hatte oder an den singenden Musikanten. Besonders schön dargestellt finde ich die Geschwisterbeziehungen. Dadurch, dass die Kinder miteinander über die Flucht sprechen, lädt das Buch ein, auch zusammen mit den Lesenden über das Thema Flucht zu sprechen und regt zu Gedankengängen an Absolut zurecht wurde dieses Meisterstück für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert - auch wenn es leider nicht gewonnen hat. Ein wirklich grossartiges Buch!